Nicolai Köppels zweistimmiger Debütroman ist ein rasanter Mix aus road novel und dem Tagebuch einer jungen Frau, aus unterhaltsamer Geheimniskrämerei und fantasievoller Beichte. Eine Liebesgeschichte wird erzählt (oder sind es fünf?), eine Flucht wird erklärt, ein singender Elch tritt auf, wenn man es am wenigsten erwartet, und zwischendurch ist auch mal Brezelwetter.

Es ist also ordentlich was los, und wir sind bald immer mehr skurrilen und amüsanten Einzelheiten auf der Spur, wie es eigentlich so weit kommen konnte. Einige dieser Spuren führen aus dem schwedischen Dörfchen Minne nach Stuttgart zurück und behandeln den Irrsinn, sich zu verlieben. Nicht zu schweigen von dem Durcheinander, das entstehen muss, wenn das mehreren Menschen gleichzeitig passiert, die alle eigentlich auch noch was anderes vorgehabt hätten. Puh. Da kann man sich schon überlegen, ob in Minne nicht alles besser ist.

Minne ist unter anderem ein Liebesroman auch für jene, die eigentlich gar keine Liebesromane mögen. Das Duett zwischen der Tagebuchschreiberin Nelly und einem Erzähler, der lieber anonym bleiben möchte, gerade weil er in seiner Geschichte ebenfalls selbst vorkommt, ist aber vor allem so voller aberwitziger Abschweifungen und selbstironischer Süffisanz, dass man es, wenn alle Rätsel gelöst sind, am liebsten gleich nochmal lesen möchte.

Paperback,. 284 Seiten.
ISBN 978-3-9814278-6-8
12 €


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